In Zeiten niedriger Zinsen suchen viele Verbraucher nach sicheren und renditestarken Anlagemöglichkeiten. Festgeldanlagen erscheinen dabei besonders attraktiv. Sie gelten als sicher, planbar und unkompliziert. Doch genau diese Eigenschaften machen sie auch zum Ziel von Kriminellen. Der sogenannte Festgeldbetrug nimmt gerade in Deutschland – dem Land der Sparer zu.
Was versteht man unter Festgeldbetrug?
Unter einem Festgeldbetrug werden betrügerische Aktivitäten bezeichnet, bei denen Kriminelle interessierte Anleger dazu bringen, ihr Geld vermeintlich sicher als Festgeld über gefälschte Webseiten oder Internetplattformen bekannter Banken anzulegen. Tatsächlich fließt das Geld aber direkt an die Betrüger.
Typische Merkmale sind
Falsche Bank-Websites oder gefälschte Angebote bekannter Banken oder Internetplattformen
Die Betrüger fälschen täuschend echte Webseiten und Internetauftritte von Banken und Sparkassen.
Ungewöhnlich hohe Zinsen
Oft wird mit Zinssätzen deutlich über der Marktüblichkeit geworben.
Gefälschte Dokumente und Kundenportale
Um Seriosität vorzutäuschen, erhalten Anleger gefälschte Vertragsunterlagen, AGBs, und Zugang zu scheinbar professionellen Portalen.
Angebliche Einlagensicherung oder falsche Hinweise darauf
Es wird oft behauptet, die Anlage sei durch die europäische Einlagensicherung gedeckt. Das ist tatsächlich aber nicht der Fall.
Wer steckt dahinter?
Die Hintermänner dieser „Geschäftsmodelle“ bleiben im Hintergrund. Die Internetplattformen sind häufig im Ausland ansässig. Rufnummern, mit denen die Geschädigten kontaktiert werden, sind meist so manipuliert, dass mit den Vorwahlnummern falsche Herkunftsländer und falsche Städte oder Kreditinstitute vorgetäuscht werden (sogenanntes Call-ID-Spoofing). Häufig handelt es sich um Mitarbeiter eines Call-Centers, die unter falschem und am Ende nicht mehr aufklärbarem Namens agieren.
Warnzeichen für Festgeldbetrug sind:
Das Angebot erreicht sie über eine sog. Kaltakquise (z. B. per E-Mail oder Telefon, ohne vorherige Anfrage). Die Anlage erfolgt über eine ausländische IBAN, besonders aus dem SEPA-Raum, z. B. Litauen, Estland oder Bulgarien. Es wird Druck wird aufgebaut, schnell zu handeln.
Was ist zu tun, wenn Sie Opfer eines Festgeldbetruges geworden sind?
Falls Sie Opfer eines Festgeldbetruges geworden sind, sollten Sie unbedingt anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Neben einer Strafanzeige sollte der Vorgang auch den zuständigen Aufsichtsbehörden zur weiteren Prüfung vorgelegt werden. Auch dazu sollten Sie sich anwaltlicher Hilfe bedienen, um sicher zu stellen, dass der Vorgang bei den betreffenden Stellen auch mit entsprechender Sorgfalt bearbeitet wird. Schließlich ist zu prüfen, ob eine Haftung der beteiligten Banken und Kreditkarteninstitute besteht.
Ihre Rechte!
Wenn Sie Opfer eines Festgeldbetruges geworden sind, stehe ich Ihnen gerne bei der Durchsetzung Ihrer Rechte zur Seite.




