04
Mai2020
Allgemeine Geschäftsbedingungen mit blauem Kugelschreiber darauf

Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden oder zurückholen

Worum geht es?

Bei einer Immobilienfinanzierung werden der Zinssatz und die Laufzeit des Darlehens in der Regel für eine bestimmte Zeit festgeschrieben. Gleiches gilt für die Zinskonditionen des Darlehens. Wenn das Darlehen dann aber vor dem Ende der Laufzeit vom Verbraucher frühzeitig zurückgezahlt wird, können bei den Kreditinstituten ggf. Verluste entstehen, da die Banken mit dem geliehenen Geld kalkuliert haben. Um diese Verluste auszugleichen, fordern die Banken und Sparkassen dann eine Vorfälligkeitsentschädigung.

Ein häufiger Grund für die vorzeitige Beendigung des Darlehens tritt ein, wenn die Immobilie (z.B. bei einem Arbeitsplatzverlust oder Arbeitsplatzwechsel, oder bei Trennung, oder auf Grund von Krankheit oder Tod eines Lebenspartners) verkauft werden muss.

Wann fällt die Vorfälligkeitsentschädigung an?

Die Vorfälligkeitsentschädigung fällt immer dann an, wenn die Zinsen festgeschrieben wurden und der Darlehensnehmer das Darlehen vor dem Ablauf der Zinsbindung zurückzahlen möchte. Ein Darlehen ohne Zinsfestschreibung kann jederzeit zurückgezahlt werden. Sind die Zinsen fest vereinbart, dann kann die Bank oder Sparkasse die vorzeitige Rückzahlung des Darlehens ablehnen.

Das gilt aber dann nicht, wenn der Kredit zur Baufinanzierung dient und die Wohnung oder das Haus verkauft wird. Dann ist die Bank verpflichtet, den Vertrag aufzulösen. Im Gegenzug kann die Bank aber eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

Wie wird die Vorfälligkeitsentschädigung berechnet?

Die finanzmathematische Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ist sehr kompliziert. Vereinfacht dargestellt zahlt der Darlehensnehmer als Vorfälligkeitsentschädigung die Differenz zwischen dem Zinssatz des Kredits und dem Wiederanlagezinssatz, den die Bank bekommt.

Das wird von der Bank wie folgt begründet: Den Betrag, den die Bank vom Darlehensnehmer in Raten über die gesamt Laufzeit des Darlehens zurückgezahlt bekommt, könnte die Bank auf dem Kapitalmarkt wieder anlegen. Zusätzlich werden Zinsen gezahlt. Diese Zinsen sowie die Liquidität des Geldes entgehen der Bank bei einer vorzeitigen Rückzahlung. Diesen Zinsschaden, der durch die Kündigung entsteht, darf die Bank einfordern.

Vorfälligkeitsentschädigungsrechner

Sie möchten wissen, wie hoch die Vorfälligkeitsentschädigung bei Beendigung Ihrer Darlehen ausfallen wird, oder Sie möchten prüfen, ob die Berechnungen Ihrer Bank stimmen, dann benutzen Sie meinen Vorfälligkeitsrechner.

>>> Hier gehts zum Vorfälligkeitsrechner <<<
Kann ich die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden?
Kann ich eine bereits bezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurückholen?

Aufgrund der meist fehlerhaften Darlehensverträge kann man Vorfälligkeitsentschädigungen nicht nur zurückfordern, sondern bereits die Forderung einer solchen Zahlung erfolgreich im Vorfeld abwehren.

So geht´s:

Am 21. März 2016 ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, wonach die Banken eine Vorfälligkeitsentschädigungen von ihren Kunden nur noch dann verlangen können, wenn sie ihre Darlehensnehmer in dem Darlehensvertrag korrekt über die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung informiert haben.

Der rechtliche Hintergrund ist in § 502 BGB geregelt:

Der Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung ist ausgeschlossen, wenn im Vertrag die Angaben über die Laufzeit des Vertrags, das Kündigungsrecht des Darlehensnehmers oder die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung unzureichend sind.

Damit ist eine Vorfälligkeitsentschädigung bereits dann rechtlich ausgeschlossen, wenn die Bank dem Darlehensnehmer keine ausreichenden Angaben über die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung erteilt hat.

 

Gerne können Sie mich zu einer kostenlosen telefonischen Ersteinschätzung unter der Telefonnummer +49 7551 / 916422 kontaktieren.